Gesund und lecker, sozial und ökologisch! Die Gastronomiebetriebe der Diakonie Hasenbergl überzeugen nicht nur mit abwechslungsreichen Gerichten zum kleinen Preis. Seit April können Genießer*innen mit gutem Gewissen die Gerichte auch in praktischen und nachhaltigen Mehrwegsystemen auf Pfandbasis abholen oder liefern lassen.

München – Hasenbergl. „Umweltschutz und Nachhaltigkeit müssen auch in der Pandemie nicht auf der Strecke bleiben“, betont Philipp Blümle, Einrichtungsleiter der Sozialbetriebe Stadtteilcafé – Treffpunkt am Hasenbergl und JANs Bistro der Diakonie Hasenbergl e.V. Seit April können Kund*innen die Mittagsgerichte oder Kuchen in praktischen Mehrwegbehältern abholen und genießen. Dabei ist die Einführung des Pfandsystems RECUP und REBOWL nur ein weiterer Schritt in Richtung Nachhaltigkeit – bereits seit vergangenem Sommer arbeiten die Gastrobetriebe mit der Plattform „Too Good To Go“ zusammen.

Gegen wachsende Müllberge im Lockdown!

Die Corona-Pandemie brachte für alle erhebliche Auswirkungen mit sich, u.a. ein steigendes Müllproblem. Zwar hat sich durch die Schließung der gastronomischen Einrichtungen der Müllverbrauch an dieser Stelle reduziert, stieg jedoch durch Home Office sowie Liefer- und To-Go-Dienste im privaten Bereich an. Insgesamt stiegen die Abfallmengen in München 20 bis 30 Prozent an (Stand: 11.2020). Bemerkbar gemacht hat sich dieser Anstieg u.a. auch im Stadtteilcafé – Treffpunkt im Hasenbergl. Seit dem ersten Lockdown im März 2020 war, mit kurzer Ausnahme, eine Bewirtung innerhalb des Cafés nicht mehr möglich. Rechnet man von den ausgegebenen Essen großzügig die selbst mitgebrachten Behälter und die wenigen Gäste im Sommer heraus, bleiben immer noch ca. 6.400 Einwegverpackungen übrig, die in diesem Zeitraum ausgegeben wurden.

Zwar handelt bei den bisherigen Verpackungen um nachhaltige Einwegverpackungen aus Zuckerrohr, trotzdem werden diese dem eigenen Nachhaltigkeitsanspruch der Sozialen Betriebe Stadtteilcafé und JANs Bistro nicht mehr gerecht. Die Diakonie Hasenbergl e.V. hat im Rahmen seines Qualitätsmanagement-Systems ein Energie- und Umweltmanagementsystem (EMAS) eingerichtet und dafür das EMAS Gütesiegel erhalten. Dieses garantiert einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess. Ziel des Vereins ist es, die natürliche Umwelt zu erhalten, Arbeitsplätze zu sichern, sowie die Verbesserung der Lebensgrundlage zukünftiger Generationen zu gewährleisten.

Bereits im Juli 2020 leistete das Stadtteilcafé mit der Aktion „Too Good To Go“ einen Beitrag zum Thema „Klimaschutz und gegen die Lebensmittelverschwendung“. In Zusammenarbeit mit der Plattform „Too Good To Go“ werden hierbei überschüssige Speisen in „Überraschungstüten“ gepackt und zu reduzierten Preisen an Selbstabholer*innen verkauft. Mit Hilfe der gleichnamigen App können Interessierte sich ihr Essen bis 15.30 Uhr reservieren und später zwischen 15.30 und 16.00 Uhr im Café abholen.

Zum 01.04.2021 erfolgte nun der nächste Schritt: Beide Betriebe führen ein Mehrweg-Pfandsystem für Essensbehälter, sog. Bowls und To-Go-Becher ein, welches einen To-Go-Verkauf ermöglicht und gleichzeitig eine nachhaltige Alternative zur Einwegverpackung ist, Müll reduziert sowie die Umwelt und Ressourcen schont.

Die RECUP-Pfandbecher und die REBOWL-Mehrwegschalen bestehen aus Polypropylen (PP); dieses Material ist momentan die nachhaltigste Alternative für ein Mehrwegschalen Pfandsystem, da es u.a. 100% recycelbar, BPA- und schadstofffrei ist. Ihre Nachhaltigkeit zeichnet sich besonders auch durch ihre Langlebigkeit aus. Ein RECUP-Becher kann bis zu 1.000 Mal wiederverwendet werden, eine REBOWL-Schale hält mindestens 200 Spülgängen stand und ersetzt somit 200 Einwegverpackungen. Beide Verpackungen sind leicht, ohne Deckel stapelbar, geschmacksneutral, spülmaschinenfest und zudem noch bruchsicher.

Unterstützt wurde das Pfandleihsystem in beiden Gastronomiebetrieben von den Bezirksausschüssen 16 und 24. 

Ein weiterer ökologischer Vorteil der Kooperation mit RECUP und REBOWL ist das Netzwerk des Anbieters. Für Becher und Schalen ist bewusst kein firmenspezifisches Branding vorgesehen. Durch dieses unabhängige und neutrale Pfandsystem können alle Nutzer*innen ihre Becher und Schalen nicht nur ausschließlich im Stadtteilcafé und JANs Bistro erhalten und zurückgeben, sondern auch an verschiedenen Ausgabe- und Annahmestellen im gesamten Münchener Stadtgebiet und auch deutschlandweit. Dies soll die Nutzung für die Kund*innen deutlich erleichtern und die Akzeptanz des Angebots der Kund*innen deutlich erhöhen. Eine Liste der beteiligten Ausgabestellen erhält man über die kostenlose RECUP-App bzw. auf der Online-Karte app.recup.de.

Gegen eine Pfandgebühr von 5,00 € für die Bowl und 1,00 € für To-Go-Becher werden die Mehrwegbehälter an Kund*innen ausgegeben und bei erneuter Abholung hygienisch ausgetauscht. Wird das Geschirr in einem ordnungsgemäßen Zustand wieder abgegeben, erhalten die Kund*innen ihr Pfand wieder zurück. Für Einwegbecher und Einwegschalen werden jeweils 0,50 € zusätzlich berechnet. Der kostenneutrale Wechsel zum Mehrweggeschirr lohnt sich für Kund*innen des Stadtteilcafé und JANs Bistro also unmittelbar, sowohl finanziell wie auch aus Umweltgründen.

„Je öfter also die Becher und die Schalen genutzt werden, desto besser wird die Umweltbilanz. Dies entspricht auch dem ökologischen Grundgedanken der Diakonie Hasenbergl.“, so Philipp Blümle, Einrichtungsleitung Stadtteilcafé – Treffpunkt am Hasenbergl und JANs Bistro.