Nachschub zum Welttag des Buches aus der Bücherkiste

In Deutschland wird wieder mehr gelesen. 21% der Leser*innen greifen häufiger zum Buch als noch vor dem Ausbruch der Pandemie (Stand: 07.2020). So gab es im Jahr 2020 in der deutschsprachigen Bevölkerung ab 14 Jahren 27,74 Millionen Personen, die ein- oder mehrmals pro Woche dazu kamen, ein Buch in die Hand zu nehmen, 8,55 Millionen davon lesen sogar täglich. Um an den benötigten Lesestoff zu kommen, bietet der Tauschbuchladen Bücherkiste im Münchner Hasenbergl eine kostengünstige und umweltfreundliche Alternative.

Der Name ist Begriff und Konzept zugleich: Bring ein Buch vorbei – nimm ein Buch mit. Auch gegen eine kleine Spende steht den lesebegeisterten Münchener'innen der Zugang zu dem umfangreichem Bestand der Bücherkiste offen. Durch Spenden wächst der Bestand an Literatur aus den unterschiedlichsten Genres für alle Altersgruppen stetig an und bleibt auch aktuell. Corona-bedingt haben sich die Abläufe inzwischen ein klein wenig geändert, natürlich wurde auch in der Bücherkiste ein Schutz- und Hygienemaßnahmen-Konzept entwickelt, so dass die Kund*innen weiterhin den Service in Anspruch nehmen können. So werden neu gespendete Bücher (aktuell maximal 10 Stück) zunächst kontaktlos auf einem dafür vorgesehen Wagen abgelegt und verbleiben anschließend für mindestens 24 Stunden in einer Quarantäne Box, bevor sie einsortiert werden. Zum Schutz der Mitarbeitenden und der Kund*innen wird täglich in der Zeit von 13.00 bis 14.00 Uhr und von 17.00 bis 18.00 Uhr die Bücherkiste gereinigt. Alle häufig berührten Flächen Kontaktflächen, z.B. Türgriffe werden regelmäßig und in kurzen Abständen desinfiziert. Mittwochs ist die Bücherkiste geschlossen, da an diesem Tag die Bücherregale im Verkaufsraum, Büro und Lager gepflegt werden.

Für die Kund*innen besteht die Möglichkeit, ihren Bücherbedarf per Call & Collect zu ordern, entweder telefonisch unter 089 452 358 61 oder per E-Mail buchladen@diakonie-hasenbergl.de. Einfach einen fixen Abholzeitraum vereinbaren (30 Minuten Zeitfenster) und die bestellten Bücher kontaktlos in der Bücherkiste abholen, die Bücher liegen auf einem Wagen extra dafür bereit. „Aktuell kommen wegen Corona nur wenige Kund*innen in den Laden; vielen von ihnen ist Call & Collect zu wenig, weil sie sich gerne bei uns umsehen wollen. Davon abgesehen, sind auch nicht immer die gewünschten Bücher vorhanden“, so Mario Liberatore, Mitarbeiter der Bücherkiste. Es empfiehlt sich deshalb, besser nach bestimmten Autor*innen zu fragen als nach konkreten Büchern, noch besser, wenn man Bücher aus einem bestimmten Genre für sich vorbestellt, denn so ist mit Sicherheit gewährleistet, dass man auch das bekommt, was man möchte.

Derzeit scheinen Bücher aus den Genre Krimis und Thriller besonders Anklang bei den Kund*innen zu finden. Zum Welttag des Buches, empfiehlt Monika Stucky, Mitarbeiterin der Bücherkiste, den Roman „Mit aller Macht – Primary Colors“ von Joe Klein: „Als spannender Mix aus Krimi und Politthriller und einer genreübergreifenden Prise Liebe und Erotik, liegt den Leser*innen ein Roman vor, der zur heutigen ereignisarmen Zeit zu fesseln weiß.“

Monika Stucky und Mario Liberatore sind nur zwei von insgesamt 11 Mitarbeitenden, die sich aktuell im Schichtbetrieb um die Bücherkiste kümmern. Denn die Bücherkiste ist zudem ein soziales Beschäftigungsprojekt und verfolgt durch das Angebot von Arbeitsgelegenheiten nach § 16d SGB II das Ziel, langzeitarbeitslose Personen beruflich zu integrieren, sozial zu stabilisieren und neue berufliche Perspektiven zu schaffen. Es werden eine Vielfalt von Tätigkeiten angeboten, die individuell auf die jeweiligen Interessen und Fähigkeiten der Personen angepasst werden. „Ich finde, mit Corona ist die Arbeit noch abwechslungsreicher geworden, da jetzt u.a. auch Reinigungs- und Computerdienste dazugekommen sind“, so Mario Liberatore über seine Tätigkeit im Tauschbuchladen. Die Tätigkeiten sind nicht ausschließlich nur auf den Laden beschränkt. Zwar sind in den letzten Monaten Veranstaltungen wie Flohmärkte und Feste weggefallen, auf denen die Bücherkiste oft vertreten war, geblieben ist der Bücher-Bring-und-Holdienst. Derzeit werden 10 Einrichtungen, darunter drei Kindertageseinrichtungen und eine Ganztagsschule mit Büchern versorgt. So wird noch breitflächiger dafür gesorgt, dass große und kleine Lesefreund*innen an den den begehrten Lesenachschub kommen. Denn die Lesefüchse wissen, Lesen ist nicht nur etwas zum „Welttag des Buches“, sondern ein ganzjähriges Vergnügen, das man überall und jederzeit genießen kann.