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09. Mai 2019 | Granny Socks zum „Tag der verlorenen Socke“: Was verloren geht, muss erstmal gestrickt werden

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Der Anfang einer Socke 209

Am Dienstagnachmittag ist in der Seniorenbegegnungsstätte der Diakonie Hasenbergl das leise Klappern von Stricknadeln zu hören. Die Tische sind schön eingedeckt, der Duft von Kaffee zieht durch den Raum, Erdbeerkuchen steht bereit, kleine Vasen mit lila Flieder runden das Bild ab. An den Tischen unterhält man sich zwar, es wird aber auch fleißig gearbeitet: Über 20 Seniorinnen stricken Socken, Schals und andere Accessoires aus Wolle.

Dass es die Damen zusammen auf 1.884 Jahre bringen, sieht man den geschickten Händen nicht an; unermüdlich fließt die Wolle durch die fünf Nadeln, Reihe um Reihe, Runde um Runde. So schafft eine der Seniorinnen in der kurzen Zeit am Nachmittag eine kleine Schlüsselanhänger-Socke. Die „großen“ Socken dauern da schon etwas länger, aber so ungefähr fünf Paar Socken in der Wochen schaffen die Strickerinnen schon, meint Gerda Scholz, die Leiterin der Granny Socks.

„Als ich hier anfing, konnte ich noch gar nicht stricken.“, sagt eine der Seniorinnen. Allerdings bekommt man hier auch jede Hilfe und Unterstützung …und auch Wolle. Diese wird oft gespendet, allerdings hat die erfahrene Sockenstrickerin ihre bevorzugte Wolle: 4-fädig muss sie sein und am besten zu 75% aus Schurwolle und zu 25% aus Polyamid bestehen. Denn so gleitet sie am besten durch die Nadeln, reißt und fusselt nicht so schnell und die Socken bleiben nach dem Waschen formstabil. Dazu die passenden Nadeln, Stärke 2,5 bitte. Eine andere Seniorin erzählt, dass ihr der Vater die ersten Stricknadeln aus alten Radspeichen gemacht hat. Und am Nebentisch hört man die Geschichte, wie eine Seniorin als junges Mädchen zunächst immer nur den geraden Teil der Socken gestrickt hatte und wenn sie den fertig hatte, legte sie ihre Socken wieder auf die Fensterbank, wo die Mutter dann den komplizierten Teil von Ferse und Spitze weitermachte. Es gibt demnach auch die Frauen, die schon seit Jahrzehnten stricken.

Auf die Frage „Was denn das Wichtigste beim Stricken sei?“ erhält man ganz klar die Antwort „Die Liebe zum Stricken“. Und das merkt man in dieser Runde den Frauen auch an, sie stricken, weil es ihnen Freude bereitet. Und so stricken sie weiter. Zuhause und jeden Dienstagnachmittag beim gemütlichen Beisammensein unter Gleichgesinnten. Socke um Socke, die sie dann auf Basaren verkaufen und die Erlöse für wohltätige Zwecke spenden.

Über den Aktionstag „Tag der verlorenen Socke“
Jeder kennt dieses unerklärliche Phänomen der gefräßigen Waschmaschinen und hungrigen Trockner – am Ende bleibt eine vereinsamte Einzelsocke übrig. Zwei britische Hausfrauen haben deswegen am 09. Mai 1998 den „Lost Socks Memorial Day“ ins Leben gerufen, an dem sie den übriggebliebenen Einzelsocken gedenken. Dieser spaßige Aktionstag der verlorenen Socke verbreitete sich erst über das Königreich und dann in andere europäische Länder.

Diakonie Hasenbergl e.V.
Stanigplatz 10, 80933 München
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Telefon: 089 - 314 001 0
Telefax: 089 - 314 001 69

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