zusammen. tun.

19. März 2019 | Gut Zuhören und kreative Beschäftigungen, Alltagsbegleitungen dringend gesucht

Meldungen

Alltagsbegleiter Haende 209Spülmaschine einräumen, Fotos sortieren oder einmal zum Arzt begleiten. Es sind alltägliche Tätigkeiten, bei denen Theresa Schubert ältere Menschen im Hasenbergl unterstützt. Drei Nachmittage ist die 70-Jährige jede Woche als Alltagsbegleiterin im Einsatz, sie betreut zwei Seniorinnen und ein Ehepaar in den 80ern. Flexible Unterstützung für Senioren, wie sie Theresa Schubert leistet, ist wertvoll und gesucht, der Bedarf engagierten Alltagsbegleitungen, die hilfsbedürftige Personen betreuen und unterstützen, steigt. Auch im Münchner Norden – deshalb bietet die Diakonie Hasenbergl regelmäßige Schulungen und Informationsveranstaltungen an.

Im Alter fallen alltägliche Tätigkeiten und Handgriffe oft schwer. Oft helfen Familie, Freunde oder Bekannte. Wer niemanden hat, oder wenn familiäre Helfer einmal eine Pause haben, ist dankbar über die oft flexible Unterstützung im Alltag. „Meistens geht es darum, gemeinsam Zeit zu verbringen. Gemeinsam einkaufen oder zusammen die Spülmaschine ausräumen, das gehört ebenso dazu, wie gemeinsam eine Tasse Tee trinken“, erzählt Theresa Schubert. Die 70-Jährige ist inzwischen selbst Rentnerin, früher arbeitete sie als Verwaltungsangestellte im Bürgerbüro, erstellte Personalausweise und unterstützte bei behördlichen Angelegenheiten. „Mir hat meine Arbeit immer sehr viel Spaß gemacht, ich fand die vielseitigen Aufgaben immer toll“, erzählt Theresa Schubert. Auch als Alltagsbegleiterin übernimmt sie vielseitige Aufgaben. „Mit einer meiner Seniorinnen habe ich letzte Woche gemeinsam Fotos sortiert. Ich habe für sie zwei Kartons mit Fotos aus den letzten 25 Jahren aus den Keller geholt und mit ihr durchgesehen. Es ist schön zu erleben, wie die Erinnerungen mit einem Foto zu sprudeln beginnen. Wir haben über viele Geschichten aus den vergangenen Jahren gelacht. Natürlich haben wir es nicht geschafft, beide Kartons zu sortieren“, lacht die 70-Jährige. Sie begleitet ihre Seniorinnen und Senioren aber auch zum Arzt, ein großer Teil der Unterstützung liegt im gemeinsamen Einkaufen von Lebensmitteln. Für ältere und zum Teil in der Mobilität eingeschränkte Menschen eine wertvolle Aufgabe.

Theresa Schubert ist eine gute Zuhörerin. Sie nimmt sich Zeit. Seit vier Jahren begleitet sie schon Seniorinnen und Senioren. Aus der beruflichen Tätigkeit hat sich mittlerweile eine Freundschaft entwickelt, die wöchentlichen Termine sind nicht mehr nur Arbeitszeiten. „Es ist schon wichtig, dass man einen guten Draht zueinander findet, die Chemie muss stimmen“. Dem pflichtet auch Sarah Ehrenstein von der Diakonie Hasenbergl zu. Sie baut gerade einen Dienst für Alltagsbegleitung in der Siedlung am Lerchenauer See auf und koordiniert die Unterstützerinnen und Unterstützer im Hasenbergl. „Welche Interessen und Hobbys die Seniorinnen und Senioren, aber auch unsere Alltagsbegleitungen haben, das spielt eine Rolle. Sie verbringen gemeinsam Zeit, unterhalten sich, da ist es schon wichtig, auch gemeinsame Gesprächsthemen zu haben. Ein bisschen kann man sich das wie bei einer Partnervermittlung vorstellen: Wir schauen, welche Paare matchen“, lacht die Sozialpädagogin. Das Ziel: eine langfristige Zusammenarbeit.

Alltagsbegleiterinnen und -begleiter übernehmen keine pflegerischen Tätigkeiten sondern begleiten durch den Alltag, bieten kreative Beschäftigung an und sind Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartner. Sie begleiten zum Arzt oder bieten Unterstützung beim Einkaufen. Dabei können sie auch einmal pflegende Angehörige entlasten. „Wir bieten verschiedene Schulungstermine an, mit denen wir unsere Helferinnen und Helfer auf ihre Tätigkeit vorbereiten, ihnen auch Ängste nehmen und Tipps für den Einsatz als Alltagsbegleitung mit auf den Weg geben“, informiert Sarah Ehrenstein. Regelmäßig finden auch Supervisionen und der Austausch im Team statt.

Dass dieses Leistungsangebot den Nerv der Gesellschaft trifft, bemerkt Sarah Ehrenstein an den verstärkt eintreffenden Anfragen nach Unterstützungsleistung. „Um den großen Bedarf zu decken, möchten wir weitere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für die Alltagsbegleitung einstellen“.

„Ich bin stolz auf meine Arbeit als Alltagsbegleiterin, sie bereichert mein Leben. Und ich bin glücklich, wenn ich sehe, was es älteren Menschen bedeutet, wenn man gemeinsam Zeit verbringt. Natürlich hoffe ich, dass auch einmal für mich jemand da ist, wenn ich Unterstützung benötige“, sagt Theresa Schubert.

Veranstaltungshinweis:
Am Mittwoch, 27. März 2019, informiert Sarah Ehrenstein um 17.30 Uhr in der Kapernaumkirche über die Möglichkeiten der Alltagsbegleitung und gibt einen Überblick über Einsatzgebiet, Rahmenbedingungen und Voraussetzungen. Eingeladen sind alle, die sich freiwillig als Alltagsbegleitung engagieren möchten.

Ehrenstein 209

Diakonie Hasenbergl e.V.
Stanigplatz 10, 80933 München
info@diakonie-hasenbergl.de
Telefon: 089 - 314 001 0
Telefax: 089 - 314 001 69

Diese Website verwendet Cookies, um Ihnen ein bestmögliches Nutzungserlebnis zu bieten. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen, stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu.