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08. März 2019 | „Es ist auch wichtig, männliche Vorbilder zu haben“

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Stimmen zum Internationalen Frauentag am 8. März 2019 - Christine Hofner über die Rolle von Männern in der Kindererziehung in der Diakonie Hasenbergl

Nur wenige Männer arbeiten in Kindertages-einrichtungen, knapp 36.000 Erzieher gab es 2018 in ganz Deutschland, das macht gerade mal einen Anteil von 6 Prozent aus. Betrachtet man nur Bayern, ist der Anteil von Männern in den Kitas noch geringer.

Allerdings: In den Kindertageseinrichtungen der Diakonie Hasenbergl arbeiten immerhin 5,71 Prozent Männer. Der Ruf nach Männern in den Kitas wird immer lauter, nicht nur aus Gründen des Fachkräftemangels. Christine Hofer, Bereichsleitung Kindertageseinrichtungen in der Diakonie Hasenbergl, spricht im Interview über die Rolle von Männern in der Kindererziehung.

Gibt es noch immer Vorbehalte der Eltern gegenüber Männern in der Kita?

Christine Hofner 209Christine Hofner:
„Das ist tatsächlich ein wenig kulturabhängig und abhängig vom Alter der Kinder. In der Krippe ist es für manche Eltern eher schwierig, wenn es männliche Kollegen gibt.“

Wie wichtig sind männliche Erzieher für Kindergartenkinder als männliches Vorbild?

C.H. „Nicht nur für Kindergartenkinder! Eine Umgebung zu haben, in der Mädchen und Jungs als Kinder gemeinsam und Männer und Frauen als Erziehende gemeinsam spielen, arbeiten und wirken – wäre für alle Menschen eine Bereicherung. Ich persönlich finde, dass Kinder allgemein verschiedene Vorbilder brauchen, egal welchen Geschlechts. Da Kinder aber hauptsächlich ihre Geschlechteridentität durch Nachahmung und Rollenvorbild erlangen, ist es auch wichtig, männliche Vorbilder zu haben. Die große Chance aber liegt im Vorbild des Miteinanders – wie gehen Menschen miteinander um. Die Gemeinsamkeiten finden und nicht die Unterschiede.“

Was muss sich ändern, damit mehr Männer den Weg in die Kinderbetreuung finden?
 

C.H. „Viel! Es muss sich dringend das Bild von frühkindlicher Bildung und Betreuung ändern. Solange der Ruf herrscht, dass in Kitas nur Menschen arbeiten, die kleine Kinder „süß“ finden, solange wird sich kein Mann finden, der das tut. Wenn es allerdings in der Gesellschaft den Ruf bekommt, dass man durch die Bildung und Erziehung von Kindern im vorschulischen Bereich die Gesellschaft mitformen kann und etwas bewirken kann, dann wäre es auch interessanter – nicht nur für Männer, sondern auch für Frauen, von denen wir ja auch viel zu wenige haben.“

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