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3. März 2017 | Gender Studies und das schlechte Gewissen der Frauen

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AK Bildung mit Paula Irene Villa 209Prof. Dr. Paula Irene Villa zu Gast bei „Bildung in der Aula“ der Diakonie Hasenbergl

Wie sind Frauen? Wie sind Männer? Wie sind die Geschlechter? Mit diesen Fragen beschäftigt sich die Wissenschaft der Geschlechterforschung, auch Gender Studies genannt. Einen umfassenden Einblick in das Thema haben die Mitarbeitenden der Diakonie Hasenbergl am 23. Februar 2017 von Prof. Dr. Paula Irene Villa im Rahmen der Vortragsreihe „Bildung in der Aula“ erhalten. Villa ist Lehrstuhlinhaberin für Allgemeine Soziologie und Gender Studies am Institut für Soziologie der LMU München. Und damit eine von sieben Professor/innen mit diesem Schwerpunkt in ganz Bayern.

 

Rosa für Mädchen, blau für Jungen, starke Männer weinen, Frauen die wie Männer wirken möchten, Lego für Kinder und extra Lego für Mädchen – der Begriff Gender ist weit gefasst, da er alle Aspekte der Geschlechtlichkeit abbilden möchte, also die sozialen, kulturellen, biologischen usw.. So weit reichen die deutschen Begriffe „Geschlecht“ oder „Sex“ bei weiterem nicht. Gender Studies, also die Geschlechterforschung, untersucht nichts, was neu ist – sondern das, was schon immer da war. Geschlechterforschung betrachtet nicht automatisch die Differenzen zwischen Frauen und Männern. Nein, in erster Linie geht es darum, die Wie-Frage zu stellen: Wie werden Unterschiede gemacht? Dabei sind die Geschlechter immer in Verbindung mit „dem Kontext“ zu sehen: Untersuchungen sind nur realistisch, wenn auch die Einbettung in kulturelle, historische, soziale, materielle und biologische Begebenheiten mit betrachtet werden. Villa bringt es auf den Punkt: „Frauen verdienen weniger als Männer – man könnte jetzt auch einfach mal behaupten, das liegt an den Gehirnen der Frauen oder an ihrer Gebärmutter – oder man sieht genauer hin“.

Paula-Irene Villa stammt aus Lateinamerika, sowohl Mutter als auch Großmutter hatten bzw. haben eine Professur. „Die Frage, entweder Karriere oder Kinder – die wurde bei mir zuhause einfach nie gestellt“, erklärt die zweifache Mutter den interessierten Zuhörerinnen und Zuhörern. Sie merkt an, dass es von Vorteil war, nicht nur in Deutschland aufgewachsen zu sein. Denn hier würden Frauen ständig mit der „entweder - oder“-Frage konfrontiert: Deutschland sei ein schweres Pflaster, Frauen leben oft ein Leben mit ständigem schlechten Gewissen – gegenüber den Kindern, gegenüber dem Partner, gegenüber der Gesellschaft.

Rund 40 Mitarbeitende der Diakonie Hasenbergl wollten sich den Vortrag von Paula Irene Villa in der Aula des Wichern-Zentrums am Heinrich-Braun-Weg 9 nicht entgehen lassen. Dieser fand im Rahmen der Reihe „Bildung in der Aula“ statt, eine für Mitarbeitende der Diakonie Hasenbergl kostenfreie Vortragsreihe.

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