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28. Oktober 2016 | Wir und die „anderen“ / Dieter Frey zu Gast bei „Bildung in der Aula“

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AK Bildung mit Herrn Frey 209Dieter Frey, Professor für Sozialpsychologie an der Universität München, fordert, bereits junge Menschen über Vorurteile und Stereotypen aufzuklären und ihnen Strategien dagegen zu vermitteln. Im Rahmen der Vortragsreihe „Bildung in der Aula“ ging er kürzlich im Wichern-Zentrum auf Entstehung, Funktion und Vermeidung von Vorurteilen und Stereotypen ein.

In der Hinführung zum Thema verdeutlicht Frey, dass niemand von Vorurteilen frei ist. Emotional gefärbte und vorgefertigte Sichtweisen beeinflussen die Wahrnehmung von Menschen. Sehen wir einen Menschen, der „anders“ ist, nehmen wir ihn erst gefühlsbetont wahr. Doch anschließend, so Frey, müsse man dem Menschen und der Situation die Chance für einen zweiten Eindruck geben. So könne es gelingen, offen für nicht ins eigene Weltbild passende Fakten zu bleiben.

Als Entstehungsgründe von Vorurteilen und Stereotypen sieht Frey Angst vor dem Fremden, individuelle Prägung durch Erziehung, Bildung und eigene Interessen sowie Sehnsucht nach Gruppenidentität. Aber auch der Wunsch nach Schutz und Orientierung führt zu Vorurteilen. Diese Gründe, das unterstrich er mehrmals, zeigen, dass Vorurteile und Stereotypen nicht nur negativ zu beurteilen sind. Doch da wo aus Vorurteilen Diskriminierung wird, ist die Grenze der Toleranz überschritten: Hier müsse zwingend eingegriffen werden, etwa durch die Polizei mittels Anzeige.

Nach seinen Worten kann Bildung und konkrete Information zum Thema Zivilcourage in Schulen, Universitäten, Vereinen und andere Organen effektiv dagegen wirken. Wichtig ist, Kindern – aber auch Erwachsenen – Selbstwert zu vermitteln. Denn nur wer sich selbst achtet, kann andere achten: „Großherz macht groß, Kleingeist macht klein“ – so fasst es Frey zusammen. Schließlich gelte es, Menschen zu klarzumachen, dass einfache Lösungen bis hin zu Gewalt komplexen Zusammenhängen nicht gerecht werden. Als Beispiel führt er das Land Syrien an, in dem viele Länder unterschiedlichste Interessen verfolgen. Eine Suche nach einer einfachen Lösung sei hier nicht möglich. Besser ist es, Kompromisse zu finden und keine vollkommene Ge-rechtigkeit zu erwarten.

Rund 80 Mitarbeitende der Diakonie Hasenbergl wollten sich den Vortrag von Dieter Frey nicht entgehen lassen. Dieser fand im Rahmen der Reihe „Bildung in der Aula“ statt, eine für Mitarbeitende der Diakonie Hasenbergl kostenfreie Vortragsreihe.

Auf dem Bild von links nach rechts:
Edith Wölfl, Leitung AK Bildung
Dieter Frey, Professor für Sozialpsychologie an der Universität München
Monika Funk, AK Bildung
Daniela Kurz, AK Bildung
Marlene Daufratshofer, AK Bildung

Diakonie Hasenbergl e.V.
Stanigplatz 10, 80933 München
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Telefon: 089 - 314 001 0
Telefax: 089 - 314 001 69

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