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17. Dezember 2015 | Kinder bescheren Flüchtlinge vorzeitiges Weihnachtsfest

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Lotta 4 Jahre und Dimana 5 Jahre backen mit Mohammed 209Kinder der Kindertagestätte Felsennelkenanger haben jungen Flüchtlingen ein vorzeitiges Weihnachtsfest beschert. Ausgerüstet mit Brettspielen, Büchern und Sportbekleidung wollten die Kinder den Flüchtlingen deutsche Weihnachtsbräuche zeigen. Die Aktion fand im Rahmen des 10-jährigen Jubiläums der Tagesstätte statt, das im Mai 2016 noch groß gefeiert wird.

Kartenspiele, Knobelspiele, Brettspiele – einen Korb voller Geschenke brachten die vier Kindergartenkinder sowie ein Hortkind der Tagesstätte Felsennelkenanger der Diakonie Hasenbergl e.V. zur großen Überraschung der Flüchtlinge nach Allach. Dort befindet sich eine erst kürzlich eröffnete Einrichtung für unbegleiteten, minderjährigen Flüchtlinge. Auch sie werden durch Mitarbeitende der Diakonie Hasenbergl betreut. Die Geschenke stammen aus Spenden der Eltern der Kinder. Diese haben auch mobil gemacht und konnte einen Verein dazu gewinnen, ebenfalls noch etwas drauf zu legen: Der Renner für die jungen Flüchtlinge waren natürlich die Fußball-Trikots.

Sie sind für das Fußballteam „No Muschgula“ – übersetzt „Kein Problem“. Das Team hat sich im Laufe der vergangenen Wochen in der Einrichtung gebildet, denn fast alle der 40 Jungen sind große Fußballfans!

 

Neben den Geschenken wollten die Kinder, der Elternberat der Tagesstätte und die Mitarbeitenden der KiTa aber auch noch etwas zusammen tun – und so stand noch Plätzchenverzieren auf dem Programm, gleich nachdem die Kinder das Lied „Kling, Glöckchen klingeling“ vorgetragen haben. Marlene Daufratshofer ist Leitung der Kindertagesstätte Felsennelkenanger. Ihr ist es wichtig, dass bereits bei den Kindern Berührungsängsten vorgebeugt wird: „Mit dem Besuch unserer Kinder in der Flüchtlingsunterkunft soll das Thema für die Kinder greifbarer gemacht werden. Die Flüchtlinge sind keine unbekannten Fremden mehr, sie bekommen im wahrsten Sinne Gesichter.“ Ob er Angst vor den Flüchtlingen habe, so die Frage an den 9-jährigen Johan, der in Deutschland geboren ist und dessen Eltern aus dem Irak kommen. „Nein, ich hab keine Angst. Ich glaub, die haben mehr Angst – weil die wissen ja gar nicht, was hier passiert wenn sie hier ankommen“.

 

Umfragen zeigen, jeder zweite hat Angst vor Flüchtlingen. Die Gründe sind unterschiedlich, einer davon ist die Befürchtung, die deutsche Kultur könnte verloren gehen. Brigitte Schnock ist Bereichsleitung in der Diakonie Hasenbergl und hat die Flüchtlingseinrichtung in Allach von Anfang an mit aufgebaut. Sie kann die Ängste nicht nachvollziehen: „Ob die christlichen Traditionen aufgeweicht werden, hängt ja nicht von den Flüchtlingen ab – sondern von den Deutschen. Weihnachtliche Bräuche werden auch von Ihnen oft nicht mehr richtig gepflegt.“ Statt Angst zu haben, solle man doch lieber versuchen, mit Flüchtlingen ins Gespräch zu kommen. Dann würde sich anfängliches Unbehagen schnell legen. Dem 17-jährigen Mohammed aus Syrien wird der Besuch der Kinder noch lange in Erinnerung bleiben: „Ich habe heute gesehen, dass es noch Menschlichkeit auf dieser Welt gibt, anders als es in Syrien war. Es gibt mir wirklich Mut, weiter zu machen und an meine Zukunft zu denken. Ich danke den Kindern und hoffe, ich bekomme irgendwann die Chance, dies auf irgendeine Art zurück zu geben.

 

 

Zum Bild:

Lotta, 5 Jahre und Dimana, 5 Jahre verzieren Plätzchen mit Mohammed

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