zusammen. tun.

23. Februar 2015 | Unbekannte Nachbarn? Projekt AMIQUS erhält Auszeichnung für die Erforschung der Lebensführung älterer Migrantinnen und Migranten

Meldungen

Forschungspreis 209

Die hessische Hochschule für angewandte Wissenschaften hat das Projekt AMIQUS mit dem Forschungspreis ausgezeichnet. Prof. Dr. Alisch und
Prof. Dr. Michael May nahmen den Preis kürzlich entgegen. Das Ziel des Projektes AMIQUS – „Ältere MigrantInnen im Quartier – Stützung und Initiierung von Netzwerken der Selbstorganisation und Selbsthilfe“: Sowohl vorhandene Ressourcen, wie auch Barrieren für eine angemessene Lebensführung älterer Menschen mit Migrationshintergrund im Hasenbergl und im Harthof zu ermitteln. Die Diakonie Hasenbergl e.V. war als Praxispartner für den Standort München am Projekt AMIQUS der beiden Hochschulen RheinMain und Fulda beteiligt.

 

In der Diakonie Hasenbergl wurde von 2009 bis 2012 in einer Projektgruppe von 20 älteren Migrantinnen und Migranten aus 6 verschiedenen Nationen gearbeitet. In wöchentlichen Treffen wurden die unterschiedlichen Formen der Alltagsorganisation, der Nachbarschaftshilfe und die Nutzung und Nutzbarkeit der infrastrukturellen Angebote im Hasenbergl und im Harthof rekonstruiert.

In einer 3-tägigen Zukunftswerkstatt konkretisierten die Teilnehmenden die Vorstellungen einer angemessenen Lebensführung im Alter, konkrete Projektideen wurden entwickelt und teilweise umgesetzt.

Die anschließende Befragung von 801 älteren Zuwanderinnen und Zuwanderern an allen vier Projektstandorten (Fulda, München und Wiesbaden) lieferte wichtige neue Erkenntnisse zu vorhandenen Ansätzen von Selbstorganisation und Selbsthilfe bei älteren, eher benachteiligten Menschen –
mit und ohne Migrationsgeschichte.

Diese Feststellungen sind nicht nur für die Diakonie Hasenbergl zur Ausgestaltung und Planung vorhandener Angebote richtungsweisend. Überraschend sind die Forschungsergebnisse, die deutlich die Bedeutung des „Quartiers“ und die des nachbarschaftlichen Zusammenlebens im Alter aufzeigen. Bei älteren Migrantinnen und Migranten handelt es sich um eine Bevölkerungsgruppe, die in besonderer Weise die Ausprägungen des demographischen Wandels verdeutlicht: Die Gesellschaft wird nicht nur älter, sondern auch „bunter“, ohne dass die Bedürfnisse, Interessen
und Teilhabemöglichkeiten im Rentenalter bisher bekannt waren.

Das Forschungsprojekt wies jedoch auch auf notwendige Veränderungsprozesse in den bisherigen Routinen der vorhandenen Dienste, der Verwaltung und der Institutionen hin. AMIQUS zeigte auf, wie es praktisch gelingen kann, mit den oftmals als "unerreichbar" beschriebenen Menschen sehr wohl gemeinsame Projekte fürs Alter zu entwickeln und im kleinen Rahmen gemeinsam umzusetzen.

Nicht zuletzt lieferten die Forschungsergebnisse wichtige Impulse für den Prozess der Interkulturellen Öffnung in den Einrichtungen der Diakonie Hasenbergl.

Als Praxispartner freuen wir uns, dass die Erkenntnisse und die Ergebnisse der gemeinsamen Forschung von Wissenschaft und Praxis mit dieser Auszeichnung Annerkennung findet. Der Forschungspreis wird seit 2008 alle zwei Jahre im Rahmen der Initiative „Forschung für die Praxis“ von den hessischen Fachhochschulen zusammen mit dem Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst für herausragende Leistungen in der angewandten Forschung verliehen.

Diakonie Hasenbergl e.V.
Stanigplatz 10, 80933 München
info@diakonie-hasenbergl.de
Telefon: 089 - 314 001 0
Telefax: 089 - 314 001 69

Diese Website verwendet Cookies, um Ihnen ein bestmögliches Nutzungserlebnis zu bieten. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen, stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu.