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8. Oktober 2014 | 20 Jahre Pro. Hilfe durch Arbeit

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Jubiläum Pro 209

Langzeitarbeitslose Menschen haben mit Politikern aus München Lösungen für Ihre Arbeitslosigkeit gesucht – gemeinsam an einem runden Tisch. Sie wollten eine Antwort auf die Frage, wie Langzeitarbeitslosigkeit in München entgegen gewirkt werden kann.

Die Gespräche fanden im Rahmen des 20. Jubiläums von Pro. Hilfe durch Arbeit am im Gemeindesaal im Grüss Gott-Haus am Stanigplatz im Hasenbergl statt.

Die Einrichtung ist ein Beschäftigungsprojekt für langzeitarbeitslose Menschen. Die Menschen werden hier in einer der fast 50 Einrichtungen des Vereins über Arbeitsgelegenheiten mit Mehraufwandsentschädigung qualifiziert – im Volksmund auch bekannt als 1-Euro-Jobs. Rund 30 Personen können sich über Pro. Hilfe durch Arbeit in den Bereichen Hauswirtschaft, Kinderbetreuung, Seniorenbetreuung und Büro qualifizieren.

Die Diskussion wurde geleitet von der REGSAM-Moderatorin Friederike Goschenhofer. Unter anderem gab es einen Fachvortrag von Ines Nössler von der Initiative Pro Abeit, in dem sie die positive Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt relativierte: „Ja – die Arbeitslosenzahlen sinken – aber Langzeitarbeitslosigkeit ist das große Problem! BA und Jobcenter kümmern sich vorrangig um schnell vermittelbare Arbeitslose. Doch für langzeitarbeitslose Menschen braucht es arbeitsmarktpolitische Instrumente".

Wie schaffen wir es als Gesellschaft, das Recht auf Arbeit auch für langzeitarbeitslose Menschen zu ermöglichen?
Diese Frage wurde dann zur Diskussion gestellt und unter Langzeitarbeitslosen, Politikern und anderen Gästen heiß diskutiert. Dabei waren unter anderem Martina Musati, Geschäftsführerin des Jobcenters München; Joachim Unterländer, CSU-Landtagsabgeordneter; Diana Stachowitz, SPD-Landtagsabgeordnete; Wolfgang Zeilnhofer-Rath, Stadtrat von München; Günther Weingärtler vom Referat für Arbeit und Wirtschaft, Fredy Hummel-Haslauer, BA-Vorsitzender in Milbertshofen-Am Hart sowie Dorothea Kroll-Günzel von 1+1 – Initiative der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern.

Nach intensiven Gesprächen während der Veranstaltung im Rahmen eines „World-Cafés" wurde folgendes klar: Es braucht unbürokratische Qualifizierungsangebote, flächendeckende Deutschkurse für Migranten, neue Arbeitsmodelle sowie mehr Wertschätzung auch für unbezahlte Arbeit wie Ehrenämter und die Erziehung von Kindern.

Laut Joachim Unterländer sei es wichtig, sich die Probleme bei langzeitarbeitslosen Menschen genau anzuschauen. Hier würden vor allem Krankheiten, fehlende Qualifizierung und Probleme bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf eine große Rolle spielen. Diese gelte es, zu lösen – eine Einrichtung wie Pro. Hilfe durch Arbeit arbeitet hier niederschwellig und könne sich die individuellen Probleme der Menschen genau ansehen.

Stadtrat Zeilnhofer-Rath betonte, dass dem Jobcenter hier Grenzen gesetzt seien. Es bedürfte Einrichtungen, die sich die Fälle einzeln vornehmen und gemeinsam mit den Betroffenen die Probleme beheben.

Während die Arbeitslosigkeit in München auf einem Tiefstand ist, stagnieren die Zahlen bei den langzeitarbeitslosen Menschen: Einmal Hartz IV – immer IV – so sieht leider der traurige Alltag vieler Menschen aus, die seit mehreren Jahren keine Arbeit mehr haben. Abhilfe schaffen hier Projekte wie Pro. Hilfe durch Arbeit.

Diakonie Hasenbergl e.V.
Stanigplatz 10, 80933 München
info@diakonie-hasenbergl.de
Telefon: 089 - 314 001 0
Telefax: 089 - 314 001 69

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